Faszienrolle Übungen. Klingt erstmal nach dem Regal im Sportstudio, in dem niemand so richtig weiß, wofür die einzelnen Teile eigentlich gut sind. Dabei ist die Sache im Kern ziemlich einfach: Mit ein bisschen Druck, ein paar Minuten Zeit und der richtigen Technik kannst du deine Muskeln nach dem Training schneller erholen lassen, steife Stellen lockern und deine Beweglichkeit spürbar verbessern.
In diesem Artikel zeigen wir dir, wie Faszien funktionieren, was die Forschung tatsächlich bestätigt hat (und was eher Marketing-Mythos ist), welche sieben Übungen die wichtigsten Muskelgruppen abdecken und wo die klaren Grenzen liegen. Mit konkreter Technik, Intensität von 1 bis 10 und den typischen Anfänger-Fehlern.
Auch unser Panda hat das mit dem Entspannen ganz gut raus. Er wäre eigentlich der ideale Testimonial für eine Faszienrolle, denn niemand legt sich so überzeugend gemütlich hin.
Was sind Faszienrolle Übungen?
Faszienrolle Übungen, international auch als Foam Rolling oder Self-Myofascial Release (SMR) bezeichnet, nutzen mechanischen Druck zur gezielten Stimulation des Bindegewebes. Der Begriff „Faszie" beschreibt dabei ein dreidimensionales Netzwerk aus Kollagenfasern, das jeden Muskel, jedes Organ und jeden Knochen umhüllt, durchzieht und verbindet. Diese Strukturen bestehen aus Kollagenfasern und einer wasserbindenden Grundsubstanz, die für Gleitfähigkeit zwischen benachbarten Gewebeschichten sorgt (Quelle 1).
Im Unterschied zur Muskulatur, die über das arterielle Blutsystem versorgt wird, erfolgt der Nährstoff- und Abfallstoff-Austausch in Faszien primär lymphatisch. Das Lymphsystem besitzt keine eigene Pumpe, es ist auf Bewegung, Muskelkontraktion und externen Druck angewiesen. Genau hier setzt die Faszienrolle an: Der mechanische Druck während des Rollens verdrängt Flüssigkeit durch das Gewebe, fördert den Stoffwechsel und unterstützt die Regeneration (Quelle 1).
Ein zweiter, oft unterschätzter Wirkmechanismus betrifft die Mechanorezeptoren: spezialisierte Nervenendigungen in Faszien und Muskeln. Sie wandeln mechanische Kräfte in elektrische Nervensignale um, die an das Zentralnervensystem weitergeleitet werden. Das Gehirn reagiert mit einer Regulation der Gewebespannung, was zu einer messbaren Muskelentspannung führen kann (Quelle 2). Dieser reflektorische Anteil erklärt auch, warum die Effekte oft schneller eintreten, als durch rein mechanische Verformung des Gewebes erklärbar wäre.
Bei der praktischen Anwendung wird die Rolle unter die Zielmuskulatur gelegt, etwa unter Quadrizeps, Waden, oberen Rücken oder das iliotibiale Band an der Oberschenkel-Außenseite. Durch kontrolliertes Rollen mit dem eigenen Körpergewicht entsteht ein konstanter, gleichmäßiger Druck. Dieser fördert einerseits den lokalen Flüssigkeitsaustausch, andererseits stimuliert er neurologische Reflexbögen, die die myofasziale Spannung regulieren (Quelle 3). Wichtig zu wissen: Die Faszienrolle „zerstört" oder „löst" keine Verklebungen. Ein weit verbreiteter Mythos, der wissenschaftlich nicht haltbar ist.
Wissenschaftliche Grundlage
Was die Forschung zeigt
Die Wirksamkeit von Faszienrolle Übungen ist inzwischen durch zahlreiche randomisierte kontrollierte Studien und Meta-Analysen gut belegt. Die wichtigsten Ergebnisse lassen sich in drei Feldern zusammenfassen: Beweglichkeit, Regeneration und Schmerzreduktion.
Im Bereich Beweglichkeit zeigt sich ein konsistentes Bild: Eine einminütige Behandlung des Quadrizeps mit der Faszienrolle steigert die Beweglichkeit im Kniegelenk kurzfristig um 8 bis 10 Grad, ohne Beeinträchtigung der Muskelkraft (Quelle 3). Vergleichbare Effekte lassen sich auch an Hüfte, Schulter und Brustwirbelsäule beobachten, wenn die jeweilige Zielmuskulatur direkt bearbeitet wird. Meta-Analysen bestätigen, dass Faszienrollen die Gelenkbeweglichkeit kurzfristig ähnlich effektiv verbessern wie statisches Dehnen, jedoch ohne die typischen Leistungseinbußen, die bei längerem Dehnen unmittelbar vor dem Sport auftreten können (Quelle 4).
Besonders eindrucksvoll sind die Daten zur Regeneration nach intensivem Training: Selbstmassage mit Faszienrollen reduziert Muskelkater: was wirklich hilft nach Widerstandstraining signifikant, und zwar zeitabhängig und kumulativ. Nach 24 Stunden sinkt die Schmerzintensität um 22,8 %, nach 48 Stunden um 39,2 % und nach 72 Stunden sogar um 59,7 % im Vergleich zu passiver Erholung (Quelle 2). Zusätzlich mildert die Rolle den Rückgang der Muskelkraft nach dem Training um etwa 5,2 % ab und verbessert die Agilität um 4,3 % (Quelle 2). Die Effektivität hängt dabei stark von der Regelmäßigkeit ab. Einzelne Sitzungen sind weniger wirksam als ein etabliertes Regenerations-Ritual im Alltag.
Ein bemerkenswerter Nebenbefund ist der sogenannte Crossover-Effekt. Wird nur ein Bein behandelt, verbessert sich die Beweglichkeit auch auf der unbehandelten Gegenseite. Das deutet darauf hin, dass ein Teil des Effekts nicht rein mechanisch, sondern zentralnervös vermittelt wird, vermutlich über die bereits erwähnten Mechanorezeptoren und ihre Bahnen ins Rückenmark und Gehirn (Quelle 4). Interessant: Bei Frauen zeigt die Faszienrollen-Massage eine leicht höhere Wirksamkeit auf die Beweglichkeit als bei Männern (Quelle 4).
Häufige Mythen widerlegt
Rund um Faszienrolle Übungen kursieren verschiedene Mythen, die wissenschaftlich nicht haltbar sind:
- Mythos: Faszienrollen „lösen Knoten", „zerschlagen Verklebungen" oder „beseitigen Blockaden": Wissenschaftlich nicht belegt. Tatsächlich wirken sie über Flüssigkeitsaustausch und Mechanorezeptor-Stimulation, ohne das Gewebe zu verletzen (Quelle 1).
- Mythos: Effekte sind langfristig und heilen chronische Beschwerden: Nur kurzfristige Verbesserungen (Minuten bis wenige Stunden) sind nachgewiesen. Eine dauerhafte Heilung ist nicht belegt (Quelle 2).
- Mythos: Faszienrollen ersetzen Dehnen oder Krafttraining: Sie sind eine Ergänzung, kein Ersatz. Eine langfristige Kraftsteigerung ist nicht nachweisbar (Quelle 3).
- Mythos: Faszien sind nur passive Hüllen: Studien zeigen eine aktive Rolle bei Kraftübertragung und sensorischer Funktion (Quelle 2).
Schritt-für-Schritt Anwendung
Vorbereitung
Für effektive Faszienrolle Übungen brauchst du das richtige Werkzeug. Eine glatte Faszienrolle eignet sich ideal für große Flächen wie Rücken, Oberschenkel und Waden. Für punktuelle Arbeit an Füßen, Schultern oder dem iliotibialen Band sind Duobälle oder Faszienbälle deutlich präziser, weil sie Wirbelsäule und Knochen umgehen und nur die Weichteile treffen (Quelle 6). Moderne Rollen gibt es in verschiedenen Härtegraden und mit strukturierter oder glatter Oberfläche. Für Einsteiger eignen sich Modelle mit weicher Oberfläche, während fortgeschrittene Anwender härtere Rollen und strukturierte Oberflächen bevorzugen. Die Wahl hängt zusätzlich von Körpergröße, Gewicht und bisheriger Faszien-Erfahrung ab. Einsteiger beginnen mit sanftem Druck, kurzer Dauer (etwa 30 Sekunden pro Bereich) und einer großen, weichen Rolle. Fortgeschrittene können über Eigengewicht, härtere Materialien oder einbeinige Varianten den Druck gezielt steigern (Quelle 7).
Welches Tool für welche Muskelgruppe?
| Tool | Ideal für | Einstieg |
|---|---|---|
| Faszienrolle 30 cm | Waden, Oberschenkel, oberer Rücken (BWS) | Einsteiger |
| Duoball 12 | Oberschenkel-Außenseite, Schultergürtel | Einsteiger / Fortgeschrittene |
| Duoball 8 (im 3er-Set) | Unterer Rücken (Lendenwirbelsäule), oberer Rücken, Gesäß | Fortgeschrittene |
| Faszienball 8 (im 3er-Set) | Brustmuskel, Gesäß, Schulterblatt, Schulter-/Nackenansatz | Fortgeschrittene |
| Minirolle | Fußsohle, Unter- und Oberarm | Alle Level |
Grundlegende Technik
Die Technik entscheidet über den Erfolg. Rolle deutlich langsamer, als du intuitiv möchtest: etwa 2–5 cm pro Sekunde, also rund 10 bis 20 Durchgänge pro Muskelgruppe (Quelle 3). Die optimale Gesamtdauer liegt bei 1 bis 2 Minuten pro Bereich, ein- bis zweimal täglich. Der Druck sollte mittlere Intensität haben: ein klarer, aber erträglicher Wohlschmerz, kein stechender Schmerz. Überschreit beim Rollen nie deine individuelle Schmerzgrenze, bewusstes Ausatmen hilft, das Gewebe zu entspannen und Schmerzen zu reduzieren. Am effektivsten ist der Einsatz direkt nach dem Workout zur Regeneration oder vor einer Dehnübung zur Vorbereitung (Quelle 2).
Häufige Fehler
- Zu schnelles Rollen: Faszien und Mechanorezeptoren brauchen Zeit, um auf den Druck zu reagieren. Schnelle, oberflächliche Bewegungen aktivieren die relevanten Regulationsmechanismen nicht ausreichend.
- Zu hoher Druck: Wenn der Schmerz stechend wird oder starke Rötungen auftreten, reduzier sofort das Gewicht. Angestrebt ist ein Wohlschmerz im Bereich 4 bis 6 auf einer Skala bis 10.
- Rollen direkt über Gelenke: Knie, Ellbogen und Hüften dürfen nicht direkt belastet werden. Halt immer ausreichend Abstand zu Knochenstrukturen und zur Kniekehle.
- Falsche Körperspannung: Beim Rollen der Oberschenkelvorderseite oder des Rückens niemals ins Hohlkreuz sinken. Der Bauch bleibt aktiv, die Haltung kontrolliert.
- Zu wenig Wiederholung: Einmaliges Rollen bringt nur einen kurzfristigen Effekt. Erst regelmäßige Anwendung (3 bis 5 mal pro Woche) sichert die Verbesserungen der Beweglichkeit langfristig.
- Nacken und Halswirbelsäule rollen: Die Halswirbelsäule (HWS) ist durch empfindliche Nerven und Blutgefäße (Arteria vertebralis) absolut tabu für die Faszienrolle. Nackenverspannungen lassen sich stattdessen punktuell mit dem Faszienball 8 am Schulteransatz oder oberen Trapezmuskel lösen, niemals direkt auf der Wirbelsäule und nie höher als bis zum Schulterblatt.
Übungen für die wichtigsten Muskelgruppen

Die folgenden sieben Übungen decken die Muskelgruppen ab, die bei den meisten Menschen zuerst Probleme machen: lange Sitzhaltung, viel Laufen, Krafttraining oder einseitige Belastung. Jede Übung stammt aus der PandaFit-Übungsdatenbank und wurde gemeinsam mit Physiotherapeuten entwickelt.
1. Waden (Regeneration)
Diese Übung mit der Faszienrolle 30 cm löst Spannungen in den Waden und verbessert die Durchblutung. Ausgangsposition: Setz dich auf den Boden und leg die Faszienrolle unter deine Waden. Stütz dich mit den Händen hinter dem Rücken ab und heb das Gesäß leicht vom Boden, sodass dein Körpergewicht auf der Rolle und Ihren Händen lastet. Bewegung: Roll langsam von den Fersen Richtung Kniekehle und zurück. Halt den Oberkörper stabil und beweg dich gleichmäßig, bei empfindlichen Stellen kurz verweilen. Häufige Fehler: Nicht über die Kniekehle hinaus rollen; nicht zu schnell rollen. Varianten: Für mehr Druck ein Bein auf das andere legen. Dauer: 60 bis 90 Sekunden pro Bein, 3 bis 5 mal pro Woche, Intensität 4 bis 6 von 10.
2. Oberschenkelrückseite (Hamstrings)
Diese Übung mit der Faszienrolle 30 cm löst Spannungen in der Oberschenkelrückseite und verbessert die Beweglichkeit von Hüfte und Knie. Ausgangsposition: Setz dich auf die Rolle, die unter deinen Oberschenkeln liegt. Die Hände stützen hinter dem Rücken, die Beine sind ausgestreckt. Bewegung: Roll langsam vom Knie bis knapp unter das Gesäß und zurück. Dreh das Bein leicht nach innen und außen, um Innen- und Außenseite des Hamstrings zu erreichen. Häufige Fehler: Nicht über die Kniekehle rollen; Rückenmuskulatur nicht überspannen. Varianten: Bein über Bein legen für deutlich mehr Druck. Dauer: 60 bis 90 Sekunden pro Bein, 3 bis 4 mal pro Woche, Intensität 4 bis 6 von 10.
3. Oberschenkelvorderseite (Quadrizeps)
Der Quadrizeps ist nach langem Sitzen oder intensivem Beintraining oft verhärtet. Ausgangsposition: Leg dich in Bauchlage auf die Faszienrolle 30 cm, die unter deinen Oberschenkeln liegt, und stütz dich auf die Unterarme. Bewegung: Roll langsam vom Knie Richtung Hüfte und zurück, während du Körperspannung hältst. Häufige Fehler: Nicht ins Hohlkreuz gehen , der Bauch bleibt aktiv angespannt. Varianten: Für stärkeren Druck ein Bein anheben und das Gewicht auf das gerollte Bein verlagern. Dauer: 60 bis 90 Sekunden pro Seite, 3 bis 5 mal pro Woche, Intensität 4 bis 6 von 10.
4. Oberer Rücken (BWS)
Ideal nach langem Sitzen am Schreibtisch. Ausgangsposition: Leg die Faszienrolle 30 cm quer unter den oberen Rücken, verschränk die Arme vor der Brust und stell die Füße hüftbreit auf. Bewegung: Roll langsam zwischen Schulterblättern und mittlerem Rücken hin und her, während die Hüfte am Boden bleibt. Häufige Fehler: Roll niemals die Lendenwirbelsäule , dort fehlt der Schutz durch die Rippen. Varianten: Arme hinter den Kopf nehmen, um die Brustwirbelsäule stärker in die Extension zu bringen. Dauer: 60 bis 90 Sekunden, 3 bis 5 mal pro Woche, Intensität 4 bis 6 von 10.
5. Oberschenkel-Außenseite (IT-Band)
Für den Tractus iliotibialis, besonders wichtig bei Läufern und Radsportlern. Ausgangsposition: Leg dich seitlich auf den Duoball 12, der unter der Oberschenkel-Außenseite liegt. Stütz dich mit dem Unterarm und dem oberen Fuß ab. Bewegung: Roll langsam vom Knie Richtung Hüfte und verweil bei Triggerpunkten, während du bewusst ein- und ausatmest. Häufige Fehler: Nicht direkt auf dem Knie- oder Hüftgelenk rollen. Varianten: Das obere Bein aufstellen reduziert den Druck deutlich. Dauer: 60 bis 90 Sekunden pro Seite, 2 bis 5 mal pro Woche, Intensität 5 bis 7 von 10.
6. Fußsohle (Entspannung)
Die Minirolle löst Verspannungen in der Plantarfaszie und beugt Fersenschmerzen vor. Ausgangsposition: Stell dich aufrecht hin und platzier die Minirolle quer unter Ihrer Fußsohle, mittig zwischen Ferse und Ballen. Halt dich optional an einer Wand fest. Bewegung: Roll langsam von der Ferse bis zum Ballen und zurück. Bei empfindlichen Stellen 5 bis 10 Sekunden verweilen und tief durchatmen. Variier die Richtung beim Rollen leicht nach innen und außen. Häufige Fehler: Zu schnelles Rollen; Standbein durchgedrückt statt leicht gebeugt. Varianten: Sitzend für Einsteiger, stehend mit mehr Gewicht für Fortgeschrittene. Dauer: 60 bis 90 Sekunden pro Seite, täglich, Intensität 2 bis 4 von 10.
7. Unterer Rücken (Lockerung mit Duoball)
Der Duoball 8 massiert beiderseits der Wirbelsäule die tiefen Rückenstrecker, ohne Druck auf die Wirbelknochen. Ausgangsposition: Setz dich auf den Boden, positionier den Duoball hinter der Hüfte und lehn dich langsam zurück, bis die zwei Kugeln beiderseits der Wirbelsäule liegen. Füße hüftbreit aufgestellt, Knie gebeugt. Bewegung: Beweg dich durch minimale Auf- und Ab-Bewegungen der Hüfte segmentweise entlang der Lendenwirbelsäule. Bei empfindlichen Stellen 10 bis 20 Sekunden verweilen und tief ausatmen. Häufige Fehler: Zu schnelles Rollen; Abbruch bei stechendem oder ausstrahlendem Schmerz. Varianten: Arme vor der Brust verschränken für mehr Druck; auf die Unterarme stützen für weniger. Dauer: 60 bis 90 Sekunden, täglich, Intensität 3 bis 5 von 10.
Weitere Übungen und Varianten, unter anderem für Gesäß, Brustmuskulatur, Unterarme und Oberarm, Segmentmassage der Brustwirbelsäule sowie gezielte Übungen mit dem Doppelball, findest du mit Bildern und Video-Tutorials auf unserer Übungsseite, wo Sie nach Produkt und Körperzone filtern kannst.
Kontraindikationen , wann zum Arzt?
Faszienrolle Übungen sind wirksam, aber nicht für jeden geeignet. In bestimmten Situationen kann Druck auf Gewebe und Gefäße sogar schaden. Bitte beachte die folgenden Grenzen strikt.
Absolute die vollständige Kontraindikations-Liste: Hier darf keinesfalls gerollt werden: akute Entzündungen im Behandlungsgebiet, offene Wunden, bekannte Thrombosen oder Verdacht darauf, Frakturen und frische operative Eingriffe. Druck kann hier die Gefäßwand schädigen oder bestehende Gerinnsel lösen (Quelle 7).
Relative Kontraindikationen: Hier nur nach ärztlicher Rücksprache: ausgeprägte Krampfadern (Risiko der Verschleppung von Gerinnseln), schwere Osteoporose (Frakturrisiko durch lokalen Druck), akute Schwellungen unklarer Ursache, starke Schmerzen während der Anwendung sowie Schwangerschaft im Bauch- und Lendenbereich (Quelle 7).
Warnsignale, Anwendung sofort beenden: ausstrahlende Schmerzen in Beine, Arme oder Nacken, Taubheitsgefühle, Kribbeln, Übelkeit oder Schwindel, plötzliche einseitige Schwellung (Thrombose-Verdacht). Lass dich ärztlich oder physiotherapeutisch abklären bei chronischen Schmerzen unklarer Ursache, vor Beginn bei Vorerkrankungen, Osteoporose-Diagnose oder unklaren Entzündungen (Quelle 5). Bei Verschlechterung von Beschwerden über mehrere Anwendungen hinweg: Pause einlegen und fachlich abklären.
Produktempfehlung
Für den Einstieg reicht eine gute Faszienrolle 30 cm aus EPP-Schaum. Sie deckt Waden, Oberschenkel und oberen Rücken ab, also die großen Baustellen im Alltag. Wenn du gezielter an IT-Band oder Schultergürtel arbeiten willst, ist der Duoball 12 das präzisere Werkzeug.
Wenn du Lust hast, direkt das volle Werkzeug-Set zu haben, wirf einen Blick auf unser 3er-Set Kompakt. Drin sind Duoball 8, Faszienball 8 und Minirolle, damit deckst du in einem Kauf auch den unteren Rücken, die Fußsohle, das Gesäß und die Brustmuskulatur ab. Kein Druck von unserer Seite, welches Setup am besten zu dir passt, weißt du am Ende selbst am besten.
FAQ
Wie oft sollte ich Faszienrolle Übungen durchführen?
Optimal sind 1 bis 2 Anwendungen täglich mit 1 bis 2 Minuten pro Muskelgruppe. Nach intensivem Training kannst du auf 3 bis 5 mal pro Woche reduzieren , je nach Regenerationsbedarf und Trainingsintensität. Wichtiger als die absolute Häufigkeit ist die Regelmäßigkeit: Dreimal pro Woche über acht Wochen bringt mehr als sieben Tage intensiv und dann drei Wochen Pause.
Ist es normal, dass die Anwendung schmerzhaft ist?
Ein gewisser Wohlschmerz (Intensität 4 bis 6 von 10) ist normal und zeigt, dass die Behandlung wirkt. Bei stechendem oder ausstrahlendem Schmerz reduzier sofort den Druck oder beende die Übung. Ein solcher Schmerz deutet auf Nerv, Gelenk oder Gefäß hin und gehört nicht zur Methode.
Kann ich Foam Rolling bei Muskelkater machen?
Ja, im Gegenteil: Faszienrollen reduzieren Muskelkater nachweislich um bis zu 59,7 % nach 72 Stunden (Quelle 2). Beginn mit sanftem Druck und steiger die Intensität nur, solange es erträglich bleibt. Gerade bei starkem Muskelkater ist die langsamere Variante effektiver als maximaler Druck.
Wann ist der beste Zeitpunkt für Faszienrolle Übungen?
Ideal sind Faszienrolle Übungen direkt nach dem Training zur Regeneration oder vor dem Dehnen zur Vorbereitung. Auch als Warm-up vor dem Sport können sie die Beweglichkeit kurzfristig um 8 bis 10 Grad verbessern (Quelle 3), ohne die Leistungseinbußen, die längeres statisches Dehnen mit sich bringen würde.
Wie lange dauert es, bis Faszienrolle Übungen wirken?
Die Effekte auf Beweglichkeit und Schmerzreduktion treten bereits nach wenigen Minuten ein, halten aber nur kurzfristig an (Minuten bis wenige Stunden). Für anhaltende Verbesserungen ist regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen erforderlich.
Was ist der Unterschied zu einer klassischen Massage?
Bei der klassischen Massage bearbeitet ein Therapeut gezielt einzelne Bereiche mit variierenden Handgriffen und kann individuell auf Reaktionen reagieren. Faszienrolle Übungen sind dagegen Selbstmassage mit konstantem mechanischem Druck über das eigene Körpergewicht: günstiger, jederzeit verfügbar, aber weniger differenziert. Beide Methoden ergänzen sich: die Rolle für den Alltag, die Massage für tiefere Problemstellen.
Gibt es Unterschiede zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen?
Ja. Als Anfänger startest du am besten mit einer weichen Rolle, kurzer Dauer (30 Sekunden) und wenig Druck, um deinen Körper an den Reiz zu gewöhnen. Wenn du fortgeschritten bist, arbeitest du mit härteren Rollen oder Bällen, einbeinigen Varianten und längerer Verweildauer auf Triggerpunkten. Wenn du stark zu Verspannungen neigst, starte besser langsamer , zu starke Reize am Anfang verursachen oft Kater-ähnliche Beschwerden am nächsten Tag.
Das war's von uns
Am Ende läuft alles auf die gleiche Erkenntnis hinaus: Die Faszienrolle ist nicht das Wundermittel, als das sie im Netz manchmal verkauft wird. Aber sie ist eines der besten kleinen Werkzeuge, um deinem Körper regelmäßig etwas Gutes zu tun, ohne großen Aufwand und ohne Fitness-Studio. Fünf Minuten nach dem Laufen, zehn Minuten vor dem Schlafengehen, das reicht oft schon, damit sich der Unterschied bemerkbar macht.
Und wenn du mal so gar keine Lust auf „Übungen" hast? Dann denk an unseren Panda. Der würde die Rolle einfach als bequeme Kopfstütze zweckentfremden und das Ganze als Mittagsschlaf verkaufen. Auch das ist ein Fortschritt gegenüber „hätte ich mal".
Gönn dir die Pause, dein PandaFit-Team.
Quellen
- Blackroll. „Faszienforschung: Was die Wissenschaft über Faszien weiß". blackroll.com. URL: https://blackroll.com/de/artikel/faszienforschung-wissenschaftliche-erkenntnisse-ueber-faszien
- Sportärztezeitung. „Schmerzen mit Faszienrollen lindern". sportaerztezeitung.com. URL: https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/15951/schmerzen-lindern/
- Liebscher-Bracht. „Studie beweist: Faszien-Rollmassage steigert die Beweglichkeit". liebscher-bracht.com. URL: https://www.liebscher-bracht.com/zahlen-und-fakten/internationale-schmerzforschung/studie-beweist-faszienrollen-massage-steigert-beweglichkeit/
- Thieme. „Effekte eines Trainings mit der Faszienrolle auf die Dehnfähigkeit". thieme-connect.com. URL: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1030-3769
- Landesärztekammer Hessen. „Faszientraining , zwischen Trend und Evidenz". laekh.de, 2024. URL: https://www.laekh.de/heftarchiv/ausgabe/artikel/2024/april-2024/faszientraining-zwischen-trend-und-evidenz-1
- Spektrum der Wissenschaft. „Was bringt das Training der Faszien?". spektrum.de. URL: https://www.spektrum.de/kolumne/was-bringt-das-training-der-faszien/1813634
- Akademie Sport & Gesundheit. „Faszienrolle: was du bei Kauf und Anwendung beachten musst!". akademie-sport-gesundheit.de. URL: https://www.akademie-sport-gesundheit.de/magazin/faszienrolle.html